In der abendlichen Stille
wandern Schatten durch den Stadtpark
über Steine, Treppen, Wege
über rissigen Asphalt
Und die Sonne des Homer –
sieh‘ nur: sie lächelt heute uns
(Frei nach Friedrich Schiller: „Elegie“)
Der Lauf der Zeit
Sonne des Homer
In der abendlichen Stille
wandern Schatten durch den Stadtpark
über Steine, Treppen, Wege
über rissigen Asphalt
Und die Sonne des Homer –
sieh‘ nur: sie lächelt heute uns
(Frei nach Friedrich Schiller: „Elegie“)
Leise Laute, ein Flüstern, Stille?
Laute Laute regieren,
die Menschheit beherrschend,
gewaltig gewaltsam.
Ein künftiger Satz könnte lauten:
Die Wörter- und Satzgedanken lauten, ja läuten sogar
die Hoffnung ein, dass…
Doch wo wären Gründe für die Fortsetzung des Satzes zu finden?
Und so bleibt es allein bei Versammlungen der Wörter
zu Worten und Sätzen.
Dies geschieht lautlos, oft sinnlos.
Ob ein Laut hörbar sein wird, bestimmt das Zusammenspiel von Lautquellen und ihren Strömen.
Die Geschichte der Welt-Laute könnte beginnen mit den Lauten des Unbekannten
Und etwas später: Es war einmal… war es nicht einmal so, heute kaum und bald nie mehr vorstellbar, dass ein unendlich erscheinender Überfluss an Stille in der Welt zu finden war, ohne sie suchen zu müssen?
Und wenn die Lauten am Ende die Herrschaft behalten werden, was – Laut für Laut – als längst vollzogen gedacht wurde?
Dann sei du selbst dein Trost, wie Hölderlin einmal schrieb, in göttlichen Tag- und Nachtworten.
***
Verwehte Worte verlassen die Sagbarkeits-Räume
Die Sprechenden, endlich und gültig zum Schweigen gebracht
Die Schweigsamen sprachlos schon längst
***
Gespenster flüstern, und weil sie die Lüge nicht kennen, ist es oftdie stille Wahrheit – gespenstisch wie sie nun einmal ist.
Sie nehmen sich bei den Händen,
um einander näher zu sein
Sie liegen sich in den Armen,
um sich nicht anzuschrein
Sie lieben das Lieben, die Lust, den Verkehr
und trinken den roten Wein.
Sie forschen nach Ursachen, Gründen
in jedem Fall nach der Schuld
in nachtdunklen Zimmern
voll eiskalter Spannung…
Und können und können den Knoten nicht lösen
und trinken weiter vom roten Wein.
Alp-Traum-Erwachen im tagenden Nachtlicht
hinter den Eisblumen, damals
auf barfüßigen Kinderbeinen
im winterkalten Flur der Einzimmer-Wohnung
am Stadtrand
Viele Wochen schneebedeckt
die Kopfstein-Pflaster-Straße
als Eisbahn, für Schlittenfahrten
zwischen den Pferdeäpfeln.
Keine Zeit konnte besser sein,
um das Leben des Lesens und Schreibens zu beginnen,
denke ich jetzt.
24.08.2025
Menschen der Steinzeit
Verewigt in den Steinen der Weltgegenden
Erzählend, wie es möglich war, Vergangenes zu bezeugen:
Stonehenge, Sphinx und Petra
Der Weg der Steine
Die Wege steinig – versteinerte Boten am Wegesrand
Rollende Steine des weisen Sisyphos
Rolling Stones
Menschen unter den Grabsteinen
ewig versuchter Trost der Endlichkeit
Steinwüsten der Vororte
Ton Steine Scherben
Edelsteine
like a rolling stone
„…die Andacht leiht höheres Leben den Steinen…“ und
„…Heilige Steine! aus euch ergossen sich Pflanzen der Menschheit…“
aus: Friedrich Schiller: Elegie