NACHTFRAGEN

Nichts bleibt, es war nur da.

An manchen Tagen in den Tag hinein gelebt

doch warum nicht an vielen?

In manchen Nächten in den Tag geträumt

vielleicht sogar an viel zu vielen?

 

Nichts bleibt, es war nur da.

Es bleibt: das Nichts, was es auch immer sei und war

mal Freund, mal Feind der Nächte, die ein Leben waren

verhüllt, verborgen wie Atlantis – lebenslang.

 

 

 

 

 

 

Sommernacht-Bilder im Mai

und wie vielleicht das tiefe Rot im See versinkt

Sieh, wie im Sommergelb mit dir der Sommer schreitet

und wie vielleicht ein tiefes Rot im See versinkt?

Schau nur: wie im späten Abend-Blau der Tag entgleitet

und wie vielleicht ein Kind am Wasser eigne Lieder singt…

FILMNACHT VOR SCHNEE

Am off’nen Fenster blieb ich lange stehn

vor bitter-kalter Schneenacht-Stille

und sah, so schien es mir, in kaum verblasste

unvergess’ne Bilder-Welten

geraffte Zeitfrequenzen – stumm beredt

schneenacht-gemäß gefügt und fort sofort

Vielleicht, dass sie in Träumen einmal wiederkehren…

NachtAugenblick

Schau, wie beim Blick

in unverschämtes Rot der nahen Nacht

sich kinderleicht Kristall

auf schneebedeckte Dächer legen will

***

Parksekunde

So geh auch du, um stehenbleiben zu können, und zu schauen, ob der Weg weitergeht?

Um im Augenblicks-Rund das Entdeckte als InBild des Weiter-So aufzubewahren.

(Für die Frauen im Park…)

LAUTLOSE WÖRTER-NACHT

Leise Laute, ein Flüstern, Stille?

Laute Laute regieren,

die Menschheit beherrschend,

gewaltig gewaltsam.

Ein künftiger Satz könnte lauten:

Die Wörter- und Satzgedanken lauten, ja läuten sogar

die Hoffnung ein, dass…

Doch wo wären Gründe für die Fortsetzung des Satzes zu finden?

Und so bleibt es allein bei Versammlungen der Wörter

zu Worten und Sätzen.

Dies geschieht lautlos, oft sinnlos.

Ob ein Laut hörbar sein wird, bestimmt das Zusammenspiel von Lautquellen und ihren Strömen.

Die Geschichte der Welt-Laute könnte beginnen mit den Lauten des Unbekannten

Und etwas später: Es war einmal… war es nicht einmal so, heute kaum und bald nie mehr vorstellbar, dass ein unendlich erscheinender Überfluss an Stille in der Welt zu finden war, ohne sie suchen zu müssen?

Und wenn die Lauten am Ende die Herrschaft behalten werden, was – Laut für Laut – als längst vollzogen gedacht wurde?

Dann sei du selbst dein Trost, wie Hölderlin einmal schrieb, in göttlichen Tag- und Nachtworten.

***

Verwehte Worte verlassen die Sagbarkeits-Räume

Die Sprechenden, endlich und gültig zum Schweigen gebracht

Die Schweigsamen sprachlos schon längst

***

Gespenster flüstern, und weil sie die Lüge nicht kennen, ist es oftdie stille Wahrheit – gespenstisch wie sie nun einmal ist.

 

 

 

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