bookmark_borderNacht und Tag

Welt-Bilder und Menschenworte (statt Gendersternchen-Alibi)

Bild 1:

“Wenn Fichtes Werke Frau Fichte geschrieben hätte, wären sie schlechter?”

(Rahel Varnhagen von Ense)

Bild 2:

“Für etwas, das immer da war, gibt’s keine Zeit.”

(Rahel Varnhagen anno 1821 / Albert Einstein / Steven Hawking)

☆*: .。. o(≧▽≦)o .。.:*☆

Bild 3:

Dass die Weisen aller Zeiten – ganz ohne Sternchen – seit jeher einander zuwinken, gehörte zum  Welt-Bild J.W. v. Goethes, Rahels Zeitgenosse. Sie schätzten und erkannten einander: Freunde, Gleichgesinnte! (Goethe)

 

Schwarz-Weiß-Film

Spiegelglatte Schneewiesen im Stadtteil-Park. Menschen in der Nachmittagssonne. Jubelndes Rodelkinder-Geschrei, krachende Plastikschlitten-Ersatz-Gleitgerätschaften.  Des Himmels sonnenlichternde Wolkenwirtschaft wärmt und beschönigt – das ist ihr Zweck, der ihr einst zugeordnet wurde.

An den drei Tischtennisplatten neben der Kleinkinder-Rodelbahn fliegen die Bälle wie eh und je, trotz einiger Minusgrade und rutschigem Geläuf. Auch ein Schneemann mit grüner Mütze guckt zu. Wintersport, der nirgends vorkommt in den täglichen Berichterstattungen; aber wahrscheinlich ist auch, dass irgendwann dann doch eine Lokalreporterin von der Sache Wind bekommt, sich neben einer Kamera oder, mit einem Smartphone bewaffnet, aufbaut, um Fragen zu stellen. Denn der elegante Spieler mit der durchgehend weißen Kleidung und der langen Kraushaar-Frisur, heißt Rainer Langhans. Guter Spieler, reich an Gedanken und Mitteilungen, Weggefährte des schreibenden Parkgehers.

Der Weg führt weiter, in sanften Serpentinen hinauf zum Schuttberg, darunter einst Münchner Kriegstrümmer begraben  wurden: Die Blicke der Vorübergehenden des Tages, die Berggesichter in weiter Ferne hinter der Stadt, am südlichen Horizont, heute Nachmittag. Und die vier, fünf kleinen Stein-Türmchen auf der Mauer neben dem Rückweg auf halber Höhe erwarten tägliches Nachschauen bzw. Wiederaufbau-Maßnahmen, auch im Schnee.  Bilder der Welt.

“Nur der Tag ist mir versüßt, an dem ich durch oder für meine Gedanken etwas Neues erfahre.”

(Rahel Varnhagen)

 

bookmark_borderGute Nacht

Sehr gern

Bis zur Halbzeit war es nicht wirklich spannend.

Es ist wirklich unglaublich, nach der Pause war’s definitiv ein völlig anderes Spiel.

Wir freuen uns auf die wunderbare…

Meinem nächsten Gast ist ein unglaublich spannendes Buch über seine Zeit als Bäcker auf Zeit gelungen.

Bitte begrüßen Sie mit mir die unvergleichliche und derzeit eine der erfolgreichsten und nachgefragtesten deutschen Moderatorinnen…

Schön, dass Sie da sind. – Sehr gern!

Die Flanken waren meistens nicht wirklich gefährlich.

Ein definitiv unglaubliches, unfassbares  Spiel.

Was hat das mit Ihnen gemacht, diese Erfahrung in dieser unglaublichen Tiefe?

Von einer Verbesserung der Situation kann nicht wirklich gesprochen werden.

Ich muss sagen, das hat mich dann doch sehr angefasst.

Bitte begrüßen Sie die unfassbare, wunder-, wunderbare…

Besuchen Sie uns auch sehr gern auf unserer Homepage.

Auf ihn habe ich mich heute besonders gefreut. Bitte, begrüßen Sie mit mir…

Und ja: das ist hier alles angenehm unaufgeregt, irgendwie entspannt.

Ich freu’ mich auf Sie.

Schön, dass Sie dabei sind.

Wir sind gleich wieder für Sie da.

Ah ja! Das klingt aber sehr spannend.

Was ich Sie eigentlich schon immer mal fragen möchte…

Noch eine letzte Frage, mit der Bitte um eine kurze Antwort.

Danke für Ihre Einschätzungen.

Sehr gern.

bookmark_borderIn die Nacht hinein

Wer in den Tag hinein lebt, hört und sieht auch in ihn hinein und gelangt, fast zwangsläufig, irgendwann einmal zu einem Punkt, von dem aus er mühelos über den Tag hinausgehen kann.

Objektiv

Nur ich selbst kann von mir sagen, dass es mir objektiv ganz gut geht. Ein Anderer kann auch sagen, dass es mir objektiv ganz gut gehe, aber dies sagt und bedeutet nichts für den Wahrheitsgehalt seiner Aussage.

Einfach

Am besten ist es (fast immer), zu sehen und zu schauen, was da ist und zu lesen, was da steht und zu hören, was ins Ohr vordringt. So einfach diese Erfahrung klingt, so schwer ist sie zu machen und dann auch noch zu beherzigen. Etwas beherzigen – das gefällt mir, das will ich versuchen.

Mir gefällt es jetzt. Jetzt ist es gut.

“Wenn Du etwas über einen anderen Menschen erfährst, dann erfährst Du auch etwas über Dich selbst.”

(Robert Redford in dem Film: “Die Akte Grant”  (Regie: Robert Redford, 2012)

Gib dich zu erkennen, damit ich dich sehen kann; gib dich zu erkennen, damit du dich selbst besser siehst.

Ausgerechnet die Tauben(!) wurden auserwählt, die Botschaften zu überbringen. Aber es schien ja – irgendwann einmal – zu funktionieren. Manchmal wünschte ich das auch heute herbei.

bookmark_borderNacht-Schreien – Berlin im Herbst 1961

Das etwas künstliche, wie absichtsvoll hergestellt wirkende Schreien eines Kindes im Fernsehfilm erinnerte mich urplötzlich daran, wie wir uns – meine “erste große Liebe” und ich, beide damals gerade mal 15 – unter die Yorck-Brücken der Berliner S-Bahn stellten, um beim Herannahen der Züge, die, so erscheint es mir jetzt, im Minutentakt heranrauschten, gegen die kreischenden Fahrgeräusche anzuschreien; und wie wir, Bahn für Bahn uns steigernd, mit dem quietschenden Rattern und Heulen über unseren Köpfen wetteiferten.
Ich glaube oder bin mir sogar sicher, dass es dafür auch ein bedeutungsvolles Vor-Bild gab, natürlich aus irgendeinem französischen oder italienischen Film? Wussten wir davon oder mussten wir auf alle Fälle tun, was wir taten?
Die Hauptfiguren in Peter Handke Stück: “Das Spiel vom Fragen oder die Reise zum sonoren Land” sind der Mauerschauer und der Spielverderber. “Schaut doch, wie schön!” lauten die ersten Worte des Mauerschauers. Mauerschauer wurden wir damals “irgendwie” auch – und wurden Lesende.

Nebensachen I:

“Im Mittelalter haben die Prinzessinnen auf die Straße gekackt.” – Tatjana (12) bei Kaffee und Kuchen, anlässlich des 97. Geburtstags ihrer Uroma in W.

Nebensachen II:

Die Zerrissenheit unserer Städte trägt u.a. auch dazu bei, vergessen zu lassen, was das Zusammengehörige der Menschen bedeutet und worin es bestehen könnte.

bookmark_borderNacht-Schach

Die Dame auf e3, die mitentscheidend war für den Sieg, wurde mit dem vorletzten Zug geopfert, um danach, entweder mit einem Bauernvormarsch bis zur 8. Reihe eine neue Dame zu erringen, oder Schwarz mattzusetzen. Eine dritte Möglichkeit gab es nicht, jedenfalls nicht für Schwarz.

Vertrau dich den Zwischenräumen an, Schreibender!

Ich kann sagen: Ich bin hier, weil es einmal einen Urknall gegeben hat. Aber welchen Sinn hat diese Aussage, die ja für alles, was da und hier ist, gelten muss, wenn sie logisch sein soll? Und warum sollte sie eigentlich logisch sein? Um etwas zu sagen, bedarf es keiner Logik. Oder ist die Sprache logisch, welche die Tauben die Botschaften bringen lässt?

Die Mehrdeutigkeiten sind – genau genommen – die Regel; das Eindeutige ist die Ausnahme. Oft stört am Gesagten gerade, dass es sich nach Kräften um logische Schlüssigkeit bemüht. Dies ist fast allem Geschriebenen gemeinsam, was natürlich insgesamt einen sehr geringen Teil des spürbaren Einflusses betrifft.
Doch wer oder was entscheidet, ob etwas spürbar ist oder zu sein hat? “Die Poesie” würde vielleicht Hölderlin gesagt haben oder hat es womöglich, zumindest gedacht?

Nebensachen I:
“Unsere Gedanken müssen unendlich viel freier werden, um einander im Weltall begegnen zu können.” – (Gedachter Satz beim Anschauen des Films “Die andere Heimat” von Edgar Reitz).

Nebensachen II:
Wer oft spielt, gewinnt dabei – in aller Regel – am Ende nichts. Nichts gewonnen, nichts verloren, nichts passiert?
Warum will es mir (nicht nur rein logisch) partout nicht gelingen, mir klar zu machen, dass ich widerspruchsfrei sagen kann: “Ich habe nichts gewonnen, ich habe nichts zu verlieren, ich habe nichts usw.”, ohne damit irgendeine konkrete Vorstellung zu verbinden, also ohne dass sich dadurch jegliches Innen-Bild einstellt? Wie kann ich also “etwas vom Nichts” gewonnen oder verloren haben, dessen ich nicht habhaft zu werden vermag? Und trotzdem versteht ein jeder diesen Satz, ganz ohne Zweifel “richtig”, nicht wahr?