In der NebenSache JBM (Ein NachtKommentar + Nachtrag)

                Der Autor des derzeit mit großem Erfolg auf den deutschen Bühnen und in den öffentlich-rechtlichen Anstalten gegebenen Schauspiels, mit dem Titel "Jan Böhmer Mann" (von und mit Jan Böhmermann u.v.a.m.), wollte selbstverständlich keineswegs mit den Äußerungen, die er seiner gleichnamigen Hauptfigur in den Mund legte, den türkischen Staatspräsidenten auch nur im Entferntesten beleidigen. Die Absicht des Stücks und seines Verfassers besteht einzig und allein darin, in eklatanter Weise zum Vorschein zu bringen, auf welch hohen moralischen und geschmacklichen Werten die Politik der Bundesrepublik Deutschland basiert und zugleich zeigen, mit welch verantwortungsvoller (Hand)Haltung diese Werte in politisches Handeln fließen.
                Etwas anderes kann ich mir jedenfalls, auch nach mehrmaligem Besuch einer der Vorstellungen und bei bestem Willen, nicht denken. Und dies ist ihm, finde ich, ganz hervorragend gelungen

                Aufgrund diverser anderer, wichtiger Verpflichtungen leicht verspätet, hat nun endlich auch das deutsche Staatsoberhaupt das Werk begutachten können und, mit aller Bescheidenheit, daran erinnert, dass doch einem demokratisch gewählten Präsidenten "mindestens so viel Ehrerbietung" zustehe wie einem König. Für die Ermöglichung einer solchermaßen erhellenden Klarstellung ist Herrn Jan Böhmermann sehr zu danken.      

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Nachtrag:

                In der zwischenzeitlich im DTF-Verlag (Verlag für deutsch-türkische Freundschaft) erschienenen und binnen weniger Wochen in sämtlichen bundesrepublikanischen Bestsellerlisten auf Platz 1 gehandelten Bühnenfassung des Stücks hat der Autor, Jan Böhmermann, eine so originelle, wie die Publikumswirkung nochmals fördernde, zusätzliche Szene eingefügt, in der die gleichnamige Hauptfigur mit einer per Gerichtsurteil verkündeten "Einstweiligen Verfügung" konfrontiert wird, die dem Autor, also J.B., nahelegt, einige Text-Passagen des Protagonisten zu streichen. Andernfalls wäre mit einer Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro bzw. maximal sechsmonatiger Haft (allerdings nur in deutschen Gefängnissen) zu rechnen.

              Wie gesagt, und weil es angesichts der Realitätsnähe des Ganzen in Vergessenheit geraten könnte: Es handelt sich hier selbstverständlich um Fiktion, um nichts anderes. Deshalb soll und darf natürlich nicht verraten werden, wie sich "Jan Böhmer Mann" entscheidet, oder ob und wie er die drohenden Strafen annimmt – für psychologische Hoch-Spannung ist jedenfalls weiterhin gesorgt.    

                Mit dieser Maßnahme hat der Autor in sehr dankenswerter Weise schließlich auch dafür gesorgt, dass sozusagen: "im Namen des Volkes", der dritten Gewalt unserer stets wehrhaften Demokratie der ihr, wie dem Herrn Bundespräsidenten sowie all den anderen königlichen Hoheiten zustehende Respekt erwiesen wird.             

Nächtliche Wahr-Nehmungen

Das Öffnen der von innen verschlossenen Fenster von außen ist selten ohne Gewaltanwendung möglich und sollte nur dann erlaubt sein, wenn Hilfe erwünscht oder Leben zu retten ist.
Die Gedanken ergreifen dich, wann immer du sie aufgreifst und begreifst, dass wir unzertrennlich sind, wir die Gedanken und du, so lange es uns gibt und durchaus so, wie gute Freunde, Gefährten und manchmal sogar Liebende.
Alles, was sich innerhalb der Bedingungen der uns (den Menschen) bekannten Natur- und daraus abgeleiteten Bewegungs-Gesetzen der Geschichte ereignen kann, ist mögliche Weltwirklichkeit. Davon nimmt jeder einen (unterschiedlich) kleinen, ja minimalen Ausschnitt wahr; folglich kann jeder Einzelne, ehrlicherweise, auch nur diese Teil-Wirklichkeiten - mit relativer Sicherheit – für wahr halten.
Die Wahrheit täuscht sehr oft über ihre wahrhaftige Bedingtheit hinweg. Das hat sie mit dem Glauben gemeinsam.

Nebensachen: Im Hauptsatz befindet sich nur dem Namen nach Hauptsächliches; was der Fall ist, also was ausgesagt, berichtet oder erzählt werden soll, enthalten die Nebensätze, manchmal auch die Anmerkungen. (Allergrößtes Augenmerk erfordert überdies, was dann noch so alles in den Klammern geschrieben steht.)    

Was wäre, wenn es anders gekommen wäre...? Wenn es anders gekommen wäre: Hätte ich dann vielleicht keinen Grund oder Anlass gehabt oder erfunden, um die Frage danach zu stellen, was (und wie etwas) wäre, wenn es anders gekommen wäre? Jede Antwort darauf ist durchaus nicht völlig sinnlos, weil sie mit einbeziehen muss, dass sie allenfalls eine Wahrscheinlichkeit zum Maßstab ihrer Richtigkeit machen darf. So wie dieser Satz lediglich eine mögliche Folge davon ist, dass es so gekommen ist.

Und weil doch nun einmal fast alles oder jedenfalls sehr vieles auch anders sein könnte, als es gekommen oder geworden ist: Ist es dann nicht sehr erstaunlich, welch großes Interesse überall besteht, rast- und ruhelos danach zu fragen und zu suchen, warum und wie etwas "ausgerechnet so" geschehen konnte, dass es gerade so, usw. kommen musste....?

Was ist (oder war), ist viel seltener notwendig, als es scheinen mag. Es lebt sich eben unbeschwerter, im festen Glauben an Notwendigkeiten oder sog. "Folgerichtigkeiten"; sonst würde der "Konjunktiv der Möglichkeiten" (!) vielleicht zu psychischen Störungen führen, mangels Sicherheit bzw. Verlässlichkeit von "Wahrheiten".          

Nebensachen: Das Suchen und Finden von Worten zur Beschreibung starker, bewegender und intensiver Gefühle oder Stimmungen ist in der Lage, sich selbst in ein so starkes Empfinden zu verwandeln, dass Anlass und Ursache des Vorhabens in Vergessenheit geraten und die Wort-Findung plötzlich eine Art Eigenleben gewinnt, in dem gefunden wird, wonach gar nicht gesucht wurde.

Na "und..."

     
Gibt es in allen anderen Sprachen ein Wort, eine Geste oder ein Zeichen, das dem, was wir mit dem Wörtchen "und" bezeichnen, entspricht? Und wenn dies nicht der Fall ist: Wie kann ich ohne weiteres sagen, dass es in der Wirklichkeit überhaupt irgendetwas (also das "und" real Repräsentierendes) gibt, was mit dem durch "und" Bezeichneten in Zusammenhang zu bringen wäre? Wäre es nicht möglich, dass das "und" zwischen "da und dort" einfach nur da ist, gänzlich sinn- und grundlos? Na und?
Wenn es in irgendeiner Sprache für eine Sache, welche den Menschen dieser Weltgegend völlig unbekannt ist, (weil sie dort auch nicht existiert!), auch kein Wort gibt: Wie könnte ich dann aber den dort Lebenden beweisen, dass es  diese Sache tatsächlich gibt, wenn ich doch nicht darauf zeigen kann? Müssten sie es nicht erst mit EIGENEN AUGEN SEHEN, um das Behauptete für existierend erklären zu können?  

Was sind also die Bedingungen, unter denen das, was in den Vorstellungen der Menschen existiert, für "tatsächlich existent" angesehen werden kann? Wie kann ich wissen, was ich alles nicht weiß?

Zeigt nicht die Sprachverwirrung, die bei Übersetzungen von einander sprachhistorisch nicht benachbarten Sprachen unvermeidlich entsteht, dass es als BEGRIFFENE oder BEGREIFBARE WELT keine Welt und auch kein Weltgeschehen darin geben kann, die und das allgemeingültig oder allgemeinverbindlich wären.   

Der Zauberer betrügt nicht; vielmehr beweist er (uns), dass alles auch ganz anders sein könnte, als wir zu glauben gewöhnt wurden und sind. Und so lange die Tricks verborgen bleiben, genießen wir seine Welt mit all den Wundern. Wann sonst wäre das Wörtchen "wundervoll" ähnlich angebracht wie hier?

DIALOG der FREUNDE der FRAGEN

Was für ein ES mag ES sein, welches auch in dir sich manchmal äußert?

                Egal, so wird ES nun einmal genannt.

Und welches ist ES gleich noch, wenn ES dunkel wird?

                Bestimmt nicht dasselbe, als ob ES regnen würde.

Oder, als wenn ES schreit. (lacht) Wie kann ES sein, dass ES so viele davon gibt?

                ES war einmal...

Wie? ALLES wird einmal gewesen sein? 

               Was sonst? Schließlich ist auch "ewig" ganz so wie "alles" nichts als ein Wort, 

               belanglos wie jenes, das als das "Nichts" in die Welt kam, oder sollte ich 

               hinzufügen: ohne je zur Welt gekommen zu sein? 

Und nur (ein) Gott weiß, wozu ES da ist?

               Wozu sollte er ES wissen?

Vielleicht weiß (ein) Gott sogar auch das?

                Gott weiß nichts, so weit wir wissen.

                                  * * *

"Das Angebot, dich nicht anzustrengen – nicht nur weise es zurück; fordere selbst die

Anstrengung." (Seneca)

Die Sehnsucht ist fast immer die unerhörte Klage und so Patin und Mutter aller

Süchte.

 

UNHEILIGE Nächte

Von Zeit zu Zeit ist größtmögliche Stille im Kopf und dessen unmittelbarer Umgebung so erwünscht wie notwendig, um vielleicht dem Unbegreiflichen wenigstens (?) Töne entlocken zu können, da es sich schon ein- für allemal jenseits des Vorstellbaren, jedenfalls in weiter Ferne, jeglichen Blicken entzogen zu haben scheint.

Dann mag es über kurz oder (lieber noch) lang geschehen, dass fast wie von selbst eine Art Versuchsanordnung entsteht, darin, ähnlich wie beim Schachspiel, mit den Hirnströmen und dem, was sie mitzuführen imstande sind, intuitiv und in selbst-bestimmter Weise experimentiert werden kann, um gedanklich möglichst oft früher, zumindest aber rechtzeitig, an den wichtigen Brennpunkten zur Stelle zu sein, als all die vorgestellten Gegner, Verhinderer und Feinde des geglückten Lebens.  

Ohne Angst kein Leben, gefangen und frei, befreit und befangen im lebenslangen Aus-dem-Weg-Schieben der kleinen und größeren Ängste, fast immer unvorhersehbar, unerhofft in jedem Fall – nichts natürlicher, wenig unbezweifelbarer als all die Stufen, Grade und Variationen jener elementaren ANGST VOR DEN ABGRÜNDEN?

Und gleichzeitig, und dennoch: Das wieder und wieder sich wiederholende Aufsuchen jener verlockenden Orte und Gegenden, die sich - für alle Fälle! - bereit zu halten scheinen, um den großen Sprung, ein unbefreites Hinabstürzen, immerhin zu ermöglichen.

So entdeckt (oder markiert) die Angst am deutlichsten das Leben als ein höchst riskantes Spiel, mit dem Unterschied zu anderen, dass dieses - zuende gespielt – nur Verlierer vom Feld schleichen lässt. Bis dahin werden Mitspieler dringend benötigt, nicht zuletzt, um die Gegenspieler abzulenken, weil nur so die eine oder andere Partie zu gewinnen ist.

Was wäre eigentlich verloren, wenn als Ergebnis konsequenten Denkens oder unbestechlichen Philosophierens schließlich kaum mehr bliebe, als die Hoffnung, die ganze Anstrengung des Begriffs und Begreifens könnte sich wenigstens insofern gelohnt haben, um für möglich zu halten, dass es sich in seinen wesentlichen Ergebnissen doch geirrt haben möge?

"Wer nicht verzweifeln kann, der muss nicht leben." (Johann Wolfgang von Goethe)

Nichts Neues vom Nichts heute Nacht

Die Sprache kennt ihre Benutzer; auch jene, die sie sich dienstbar zu machen verstehen, meist sogar, auf welche Weise und zu welchem Zwecke dies geschieht. Deshalb ist z.B. der Satz: "Ich entschuldige mich" zwar semantisch sinnlos, weil er etwas behauptet, was objektiv unmöglich ist. So wie Schulden (Wurzel und Ursprung der davon abgeleiteten Moralkategorie) kann auch Schuld nur erlassen (oder durch Strafe "gesühnt", ursprünglich: bezahlt) werden, mal ganz abgesehen davon, dass seine Einlösung durch keine reale Instanz nachprüfbar ist bzw. wäre. Ungeachtet dessen finden all die "Entschuldigungen"  tagtäglich ungerührt vielfältigste Verwendung.

So weit ich weiß und mir zu denken möglich ist, sind (aus sprachlogischen Gründen) über das Nichts keine Aussagen möglich, außer der, dass keine Aussagen möglich seien usw.... Weil mit jedem solcher Sätze (eingeschlossen! den hier formulierten natürlich) offensichtlicher wird, dass Begriff und Bezeichnung des Nichts in unauflösbarem Widerspruch zueinander stehen, schrumpft es, näher betrachtet, zu einem fast hilflosen / ratlosen (?) Versuch zusammen, die Negation alles Seienden zum Ausdruck zu bringen, ohne sprachlogisch selbst Teil davon "sein" zu können. Dass etwas, was als Nichts bezeichnet wurde und wird, nur sein kann, sofern und weil es als Nicht-Seiendes für möglich gehalten wird, gehört zu den vielen – immer wieder entdeckbaren – wundervollen Widersprüchen der Sprache, die entweder nicht Schritt zu halten vermag mit dem Denken ihrer Benutzer oder aber das Widersprüchliche menschlichen Kommunizierens an sich und generell immer wieder durchblitzen lässt.

Doch warum kann ich dennoch sagen: "(Wie) aus dem Nichts erschien..."? Weil damit unmittelbar ein Bild erzeugt wird oder entsteht? Warum kann ich mir nicht sicher sein?

Aber die Zahlen, so ist doch ständig zu hören, sprächen eine andere, eine deutliche Sprache? Die Zahlen könnten überhaupt nicht lügen, wären gar unbestechlich; den Zahlen, mehr noch: den durch sie geschaffenen Fakten könne sich niemand verschließen, verweigern oder entziehen?

In dieser Welt und ihrer Sprache gibt es auch nichts mehr zu erzählen oder zu bedenken. Dort ist "faktisch", etwa als "STUDIE", bereits alles bekannt, erforscht, erklärt und eingeordnet. Das eifrig gesammelte Material wartet völlig gedankenlos auf seine Veröffentlichtung.
Indessen: Scheitern die Tag für Tag unternommenen Versuche zur Vermessung der Welt nicht tagtäglich aufs Neue am Unberechenbaren?  

Andere Nächte...andere Texte

--> siehe rechts unten: "Mehr Einträge"

In fünfundzwanzigtausend Nächten

Was grundsätzlich gilt, dessen Gültigkeitsberechtigung ist grundsätzlich anzuzweifeln.

Der Sprache auf der Spur und ihren Spuren rückwärts folgend, gelangt man irgendwann unmittelbar auch dorthin, wo sie sich einst mit Notwendigkeit entwickelte und bis heute immer neu entsteht: in einen Teilbereich des menschlichen Gehirns. Und was von dort an Sprachmaterial und -elementen gedanklich nach außen drängt, muss, bei genauerer Betrachtung (und nicht erst seit der Erforschung der Tätigkeit neuronaler Netze) für alles andere als frei gelten; und was schließlich, mehr oder weniger "gedankenlos", zur Sprache kommt, ist es vermutlich noch weniger.

Warum also gibt es nicht längst Sprachdetektive, z.B. als zusätzliche Kategorie innerhalb des Kabaretts, die täglich, oder wenigstens wöchentlich, aufdecken, wie sehr die völlig "freimütig" (?) geäußerten Volksverdummungs-Vokabeln, von "Null-Wachstum" bis "Zukunftsfähigkeit" oder von diversen Stimmungen und Eigenschaften, die sinnloserweise jedenfalls als "nicht wirklich" solche... usw. charakterisiert werden, an der fortgesetzten Konstruktion einer politisch-medialen Realität beteiligt sind, die sich zunehmend und jenseits von jeglichem Wahrheitsgehalt breitgemacht hat.

Der Sprache auf der Spur? Warum nicht zunächst mal jedem (großen) Wort misstrauen, weil jedes Wort, indem es Kind der Menschen einer bestimmten Zeit ist, verbergen könnte, welches Interesse bei seiner Entstehung, sozusagen: verdeckt im Hintergrund, die Regie führte?   

 

Nachgerufen

Berichte, wie die Augen schauen.

Erzähle, wie die Hände schweigen.

Vergiss nicht, wie das Unsichtbare

bereit ist für der Dinge Zauber.

 

Nicht zuletzt, sondern ganz zuerst geht es um die Bedeutung der und des

Unbedeutenden bzw. des scheinbar Bedeutungslosen, um die allersorgsamste

Pflege der Nachbarschaft zu den kleinen Dingen.

(--> Nietzsche und die Griechen...)

SPÄTE Nächte

Für das Glück (oder Unglück) der späten Jahre ist ihr Erreichen nur die Voraussetzung. Alles Weitere muss gegen ungeahnte Widerstände, Zweifel und diverse materielle wie physische Hürden erkämpft werden. Nein, Glück hat – in diesen Tagen – mit dem, was zufällig geschieht oder nicht, sehr wenig zu tun.

Manchmal, still am Fenster sitzend, siehst du den Wartenden dort unten zu, bis es Zeit ist, aufzustehen, um nach dem Unfertigen Ausschau zu halten, weil nur dies Hoffnung bedeutet; während die Vollendung jedes Werkes mit dem Zweifel leben muss, ob es tatsächlich gelungen sei. Nimm dir also wenigstens die Zeit zum Schauen, wenn du es schon nicht vermagst, sie dir zu lassen.

Und vielleicht bedeutet Glück - innerhalb des Schauens und nicht erst zuletzt: 

Ein lebenslanges Unterwegs-Sein zur Heimat der Augenblicke, der einzigen Heimat, die ganz allein auf dich wartet, immer und immer irgendwo anders, so, wie das eine Mal die ungemähte und margeritenweiß leuchtende Wiese vor dem Baumhaus am Ende des immer enger werdenden Tales; ganz nah daneben, in den letzten, vom heraufziehenden Unwetter gefächerten Sonnenstrahlen, der mit braunem Gebüsch umsäumte Weiher als Spiegel des schwarz quellenden Wolken-Himmels und kurz darauf über den sandigen Uferweg wirbelndes Geäst. Dies alles wurde Heimat, in einem Augenblick, blieb es auch, bis jetzt, wie anderes. Warum nur?

Warum nicht klaglos einschlafen? Warum nicht fraglos enden?

DENN:

Welcher Sinn könnte überhaupt noch begründbar geltend gemacht werden für die ratlose Frage, wie es möglich war (und werden konnte), dass ein kleiner Teil der Menschheit längst jegliche Macht und Mittel besitzt, um mit jedem Tag wahrscheinlicher werden zu lassen, dass die Erde als Lebensraum für die gesamte Menschheit unumkehrbar zerstört wird? Genügt es daher,  "das Ganze" weder als das Wahre noch als das Unwahre zu kennzeichnen, wie aus unterschiedlichen philosophischen Perspektiven behauptet wurde, sondern als das Zerstörbare? Und ist das Zerstörbare nicht seit jeher nur die "Oberfläche" des Unzerstörbaren, ohne dass eine Frage nach letzterem sinnvoll formulierbar wäre? Nein, es genügt (mir) nicht und ja, es gibt (und ich habe) Fragen ohne Ende, nichts als Fragen.

Der Widerspruch als ein Zeichen der Wahrheit der Dinge? (Hegel)

Ihre Widerspruchslosigkeit als Zeichen ihrer Unwahrheit?

Nächtliche (VER)SUCHE

SCHWABING

Schwarzer Vögel Notsignale

über Dächern in der Nacht

Fenster spiegeln splitternd Blitze

und vielleicht ein Kind, das träumend lacht

.

Muss es nicht immer möglich sein, alle Fragen stellen zu dürfen? Kann es sein, dass die Angst vor manchen Fragen nur die Ungewissheit spiegelt, ob es denn überhaupt Antworten darauf geben würde und das Fragliche vielleicht für immer bliebe, als ein Rätsel, dafür frei von allem?

Doch dringt nicht, je tiefer ich grabe, desto mehr Wasser vom Grund herauf in die sandige Grube und lässt das bereits Gefundene mitunter wieder versinken? Aber ich kann doch immerhin schon aufrecht darin stehen und der Lichteinfall von oben ist gerade heute staunenswert, mit himmlischem Wolken-Gemälde, graublau zwischen Dächern geparkt.

Ach, und verlangt nicht jede Sehnsucht, statt sich sehnend zu verzehren, die Tat?

ES

Ü: Lass "ES" gut sein-

I: Aber es ist nicht gut, so wie es ist.

Ü: Dann lass es schlecht sein.

I: Etwas schlecht sein zu lassen, kann nicht gut sein.

Manchmal ist die Suche, selten sind Versuche ungefährlich.

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