NÄCHTLICHE UMWEGE

Wie tröstlich erscheinen in nächtlichen GedankenRäumen

die Botschaften scheintoter Wörter-Welt-Geister

Unerschöpflicher Quell im Labyrinth des Vergangenen

und Hoffnung

aufbewahrt für die Träume der Heutigen

und Erinnerung

an das Ganz Andere, das einmal für möglich gehalten wurde…

Für meine Freunde im Grünen und für all die Gleichgesinnten

„Nur Geister können gezwungen werden.“

(Novalis)

Beziehungs-Weisen

Sie nehmen sich bei den Händen,

um einander näher zu sein

Sie liegen sich in den Armen,

um sich nicht anzuschrein

Sie lieben das Lieben, die Lust, den Verkehr

und trinken den roten Wein.

Sie forschen nach Ursachen, Gründen

in jedem Fall nach der Schuld

in nachtdunklen Zimmern

voll eiskalter Spannung…

Und können und können den Knoten nicht lösen

und trinken weiter vom roten Wein.

Frühe Nächte

Alp-Traum-Erwachen im tagenden Nachtlicht

hinter den Eisblumen, damals

auf barfüßigen Kinderbeinen

im winterkalten Flur der Einzimmer-Wohnung

am Stadtrand

Viele Wochen schneebedeckt

die Kopfstein-Pflaster-Straße

als Eisbahn, für Schlittenfahrten

zwischen den Pferdeäpfeln.

Keine Zeit konnte besser sein,

um das Leben des Lesens und Schreibens zu beginnen,

denke ich jetzt.

24.08.2025

Der Mensch und die Steine

Menschen der Steinzeit

Verewigt in den Steinen der Weltgegenden

Erzählend, wie es möglich war, Vergangenes zu bezeugen:

Stonehenge, Sphinx und Petra

Der Weg der Steine

Die Wege steinig – versteinerte Boten am Wegesrand

Rollende Steine des weisen Sisyphos

Rolling Stones

Menschen unter den Grabsteinen

ewig versuchter Trost der Endlichkeit

Steinwüsten der Vororte

Ton Steine Scherben

Edelsteine

like a rolling stone

 

Vom kleinen Glück

Nie war die Stille abgrundtiefer

als keine Worte mehr zu sagen

wahr gesprochen war

tonlos die Stille, tief das freie Atmen

um die Hoffnung zu bewahren

und in den Träumen andres Leben zu erfinden?

Was immer es auch sei

das kleine Glück

und wie es immer viel zu schnell das Weite sucht

verschollen in den Sehnsuchtsfernen

Zum Glück

Denn dort kann es nicht sterben

 

„Worte muss man immer wieder von neuem sichten“

(Erinnerung an Rahel Varnhagen)

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