LAUTLOSE WÖRTER-NACHT

Leise Laute, ein Flüstern, Stille?

Laute Laute regieren,

die Menschheit beherrschend,

gewaltig gewaltsam.

Ein künftiger Satz könnte lauten:

Die Wörter- und Satzgedanken lauten, ja läuten sogar

die Hoffnung ein, dass…

Doch wo wären Gründe für die Fortsetzung des Satzes zu finden?

Und so bleibt es allein bei Versammlungen der Wörter

zu Worten und Sätzen.

Dies geschieht lautlos, oft sinnlos.

Ob ein Laut hörbar sein wird, bestimmt das Zusammenspiel von Lautquellen und ihren Strömen.

Die Geschichte der Welt-Laute könnte beginnen mit den Lauten des Unbekannten

Oder:

Es war einmal… war es nicht einmal so, heute kaum und bald nie mehr vorstellbar, dass ein unendlich erscheinender Überfluss an Stille in der Welt zu finden war, ohne sie suchen zu müssen?

Und wenn die Lauten am Ende die Herrschaft behalten werden, was – Laut für Laut – als längst vollzogen gedacht wurde?

Dann sei du selbst dein Trost, wie Hölderlin einmal schrieb, in göttlichen Tag- und Nachtworten.

***

Verwehte Worte verlassen die Sagbarkeits-Räume

Die Sprechenden endlich und gültig zum Schweigen gebracht

Die Schweigsamen sprachlos schon längst

***

Gespenster flüstern, und weil sie die Lüge nicht kennen, ist es oft die stille Wahrheit – gespenstisch wie sie nun einmal sind.

 

 

 

Autor: Lutz Neumann

Siehe auf der Website "Der Lauf der Zeit" sind öffentlich sichtbar

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